Die Allgemeine Zeitung Alzey berichtete am Donnerstag, 10.09.2026 über unsere Ratssitzung vom Montag, den 07.09.2026:
Ein Platz für das ganze Dorf
Eine Hälfte bleibt Bolzplatz, die andere soll zum naturnahen Treffpunkt werden. Bei derPlanung des Mehrgenerationenplatzes setzt Gau-Weinheim auf Bürgerbeteiligung.
Von Martina Wirthwein
Der örtliche Rasenplatz in Gau-Weinheim wird seit vielen Jahren intensiv als Bolzplatz genutzt. Da es im Ort allerdings keineaktive Fußballmannschaft mehr gibt, reicht für den Spielbetrieb die Hälfte der weitläufigen Fläche völlig aus. Seit einigerZeit gibt es Pläne für die Nutzung der anderen Hälfte.
Vom Bolzplatz zum Treffpunkt
Aus den Überlegungen, wie das Areal künftig noch besser für die gesamte Dorfgemeinschaft genutzt werden kann, entstand vor etwas mehr als zwei Jahren die Idee, dort einen Mehrgenerationenplatz zu schaff en. Erste konkrete Schritte sind bereits erfolgt: In seiner Sitzung im Januar hat der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst, das Areal aufzuteilen. Während eine Hälfte weiterhin als Bolzplatz erhalten bleibt, soll die andere Hälfte in einen naturnahen Mehrgenerationenplatzumgewandelt werden.
Der Gemeinde kommt zugute, dass dort derzeit das Projekt „Zukunfts-Check Dorf“ unter Begleitung der Kreisverwaltung und der Verbandsgemeinde durchgeführt wird. Die Auftaktveranstaltung hat bereits stattgefunden, und die ausgegebenen Fragebögen wurden inzwischen ausgefüllt zurückgegeben. Darin sei unter anderem der Wunsch nach einemgenerationenübergreifenden Treff punkt, also einem Mehrgenerationenplatz, klar zu erkennen gewesen, berichtet Ortsbürgermeisterin Beatrice Palumbieri.
In der jüngsten Sitzung des Gremiums wurde die Beauftragung von Baumpflanzungen beschlossen und die Verbandsgemeinde Wörrstadt ermächtigt, die notwendigen Arbeiten für die Umgestaltung der Fläche auszuschreiben. Entstehen soll ein Mehrgenerationenplatz als Begegnungs-, Bewegungs- und Lernort. Beide Beschlüsse wurden mehrheitlich gefasst.
Im Übrigen profitiert die Ortsgemeinde vom KfW-Programm 444 („Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“) für die Umgestaltung in klimaresiliente Plätze. Hierbei werden Kommunen bei der Gestaltung von Grünflächen sowie bei der Entsiegelung von Flächen durch Bundesmittel gefördert. Für Gau-Weinheim heißt das: Die Kosten werden zu 80 Prozent über dieses Förderprogramm abgedeckt, den Eigenanteil von 20 Prozent übernimmt laut Ortsbürgermeisterin der Haushalt der Verbandsgemeinde.
Die Ortsgemeinde trägt demnach keine Kosten, etwa für die Bepflanzung, Baumpflege und dergleichen. Das Konzept soll durch ein Fachunternehmen im engen Austausch mit der Bevölkerung erarbeitet werden.
Vorgesehen sind Beteiligungsformate, etwa Workshops und Mitmachaktionen, insbesondere bei der Pflanzung.
„Wir haben bereits eigene Ideen und erste Skizzen erarbeitet, aber da wir keine Fachleute sind, überlassen wir die Planung natürlich den Experten“, erklärt Palumbieri. Die Verbandsgemeinde soll daher die Projektziele in der Ausschreibung festhalten und passende Unternehmen anfragen. „Wichtig ist uns, dass das Projekt unter Einbeziehung von Bürgerforen und durch eine aktive gemeinsame Gestaltung mit den Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt wird. Wir möchten das Ganze im Projekt ‚Zukunfts-Check Dorf‘ gemeinsam erarbeiten und suchen eine Firma, die uns das ermöglicht und uns keinen fertigen Plan vorsetzt“, so die Ortsbürgermeisterin. „Gleichzeitig halten wir Ausschau nach Förderprogrammen, um die eigenen finanziellen Mittel so gering wie möglich zu halten.“